STUDIO-MRA auf ANTENNE AC

© Antenne AC.

Die Stadt Stolberg will den weithin sichtbaren Zincoli-Kamin in Münsterbusch zu einer Landmarke machen und die Fläche rundherum als Gewerbegebiet entwickeln. Der Schornstein soll als Zeugnis der Vergangenheit und als ein Ort der Identifikation mit der Industriegeschichte der Stadt erhalten und inszeniert werden.

Den europaweit ausgelobten Planungswettbewerb hat jetzt das STUDIO-MRA des Architekten Manuel Rausch aus Ostfildern gewonnen. Dessen Entwurf (siehe auch Bild unten) sieht vor, von der Mauerstraße bis zum Zinkhütter Hof Grünflächen einzurichten. Der Kamin soll in jede Himmelsrichtung mit einem nachts beleuchteten Fenster versehen werden – und auch der Kamininnenraum wird betretbar und beleuchtet. So soll in unmittelbarer Nähe des Dienstleistungszentrums eine attraktive Fläche für innovative Unternehmen entstehen, die sich in diesem Bereich in einem produktiven Arbeitsumfeld ansiedeln können.

Die Stadt Stolberg geht davon aus, dass sie Anfang nächsten Jahres Planungsrecht hat und mit der Vermarktung beginnen kann. Voraussichtlich 2023 können die Unternehmen, die ein Grundstück erworben haben, mit dem Bau beginnen. Darüber hinaus wird die Stadt entsprechende Fördermittel aus dem Programm „Heimat-Zeugnis“ des Landes NRW für die Inszenierung des Kamins beantragen. Eine Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten soll vor Ort in den Räumlichkeiten des Zinkhütter Hofes stattfinden, sobald die aktuelle Corona-Lage Veranstaltungen dieser Art wieder zulässt.

Der nordwestliche Stadtteil Münsterbusch ist seit dem frühen 19. Jahrhundert industriell geprägt und hat sich erst später zum Wohnstandort entwickelt. Hier befindet sich das „Zincoli-Gelände“. Auf den heute brachliegenden Flächen wurde früher Zink verarbeitet und Messing hergestellt, heute verweist nur noch der mit ca. 80 Metern Höhe imposante Schornstein, der der Ableitung giftiger Rauchgase diente, auf die frühere Nutzung des Geländes.

Direkt angrenzend befindet sich der seit 1996 als Museum genutzte Zinkhütter Hof, ein architektonisches Ensemble aus der Zeit der Industrialisierung. Die Gebäude der ehemaligen Glashütte sind umfassend und hochwertig zum „Museum für Industrie-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte“ umgestaltet worden.

Der Zincoli-Kamin ist einer der letzten seiner Art in Stolberg und symbolisiert weithin sichtbar als Identifikationspunkt die Geschichte dieses Orts, das industrielle Erbe und damit auch die Geschichte der Menschen vor Ort. Schon heute ist er ein (über-) regionaler „Leuchtturm“, der nun als Heimatzeugnis in angemessener Form seine historische Bedeutung an weitere Generationen vermitteln soll.

Link zum Projekt

Link zum Artikel

Zurück zur Übersicht