Strukturwandel Zincolikamin

Die Aachener Zeitung berichtet über den Beginn der Arbeiten zur Entwicklung des nachhaltigen Innovationsquartiers um die Landmarke Zincolikamin. Der Stuttgarter Künstler Jochen Damian Fischer hat in Kooperation mit Stefan Link und dem STUDIO-MRA den Wettbewerb zur Transformation der Industriebrache um den Zincolikamin gewonnen. – Jetzt startet die Bauphase!

nachhaltiges innovationsquartier
Rodungsarbeiten auf dem Zincoli-Gelände in Stolberg markieren den Start eines nachhaltigen Gewerbeprojekts. Foto: Manuel Hauck

Auf dem Zincoli-Gelände in Stolberg haben die Rodungsarbeiten begonnen, um Platz für ein neues, nachhaltiges Gewerbegebiet zu schaffen. 

Auf dem Zincoli-Gelände zwischen Cockerill- und Mauerstraße haben am Montag umfangreiche Rodungsarbeiten begonnen. Die Maßnahmen erfolgen auf städtischer Fläche und markieren den Auftakt für die Erschließung des ehemals industriell genutzten Areals, das künftig als Standort für hochwertige Gewerbe-, Forschungs- und Dienstleistungsbetriebe entwickelt werden soll, wie die Stadt nun mitteilt.

3,45 Hektar

Damit kommt Bewegung in ein Projekt mit langer Vorgeschichte: Das rund 3,45 Hektar große Zincoli-Areal im Stolberger Stadtteil Münsterbusch liegt seit vielen Jahren brach. Bereits 2019 hatte die Stadt einen städtebaulichen Wettbewerb durchgeführt, aus dem ein Siegerentwurf hervorging. Zentrale Elemente dieses Konzepts waren von Beginn an der Erhalt des rund 80 Meter hohen Zincoli-Kamins sowie die Entwicklung eines kleinteiligen, möglichst nachhaltigen Gewerbegebiets.

Der weithin sichtbare Kamin gilt als Wahrzeichen des Geländes und soll auch künftig eine prägende Rolle spielen. Er wird als Landmarke erhalten, in das Gesamtkonzept integriert und der Öffentlichkeit perspektivisch zugänglich gemacht. Die Inszenierung des Kamins sowie die geplante öffentliche Grünfläche mit neuen Fuß- und Radwegen werden mit Strukturfördermitteln des Rheinischen Reviers unterstützt. Grundlage für diese Planungen ist das Wettbewerbsverfahren aus den Jahren 2020/2021.

In den vergangenen Monaten hatte sich die Entwicklung des Areals vor allem aufgrund politischer Diskussionen verzögert. Insbesondere die Frage, nach welchen Kriterien die Grundstücke künftig vergeben werden sollen, sorgte im politischen Raum für intensive Debatten. Ziel war es, aus dem Zincoli-Areal ein „grünes Gewerbegebiet“ zu machen – ein Leuchtturmprojekt der Nachhaltigkeit. Gleichzeitig gab es Bedenken, ob zu strenge ökologische Vorgaben die Vermarktung erschweren und insbesondere kleine und mittelständische Betriebe abschrecken könnten.

PARTIZIPATION

Nach mehreren Workshops, Stellungnahmen unter anderem der regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Agit GmbH und der IHK Aachen sowie wiederholten Beratungen in Ausschüssen und im Rat einigte sich die Mehrheitskoalition im April 2025 zuletzt auf einen Kompromiss bei den Vergabekriterien. Diese sehen weiterhin hohe ökologische Standards vor, sollen aber zugleich wirtschaftliche Aspekte stärker berücksichtigen.

Unabhängig davon laufen derzeit die formalen Planungen weiter: Das Bebauungsplanverfahren für das Zincoli-Gelände soll voraussichtlich noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, wie die Stadt mitteilt. Parallel dazu werden die Erschließung des Areals sowie die Gestaltung der Grünflächen weiter konkretisiert. Die nun gestarteten Rodungsarbeiten erfolgen im Vorgriff auf diese Maßnahmen, da entsprechende Arbeiten aus naturschutzrechtlichen Gründen ausschließlich in den Monaten Oktober bis Februar zulässig sind.

Mit dem Beginn der Rodungen wird nun erstmals seit Langem auch sichtbar, dass das Projekt Zincoli-Gelände in die Umsetzungsphase eintritt – nach Jahren des Stillstands, intensiver Diskussionen und politischer Abwägungen.

Quelle: https://www.aachener-zeitung.de/lokales/region-aachen/stolberg/entwicklung-des-zincoli-gelaendes-beginnt/127177875.html

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