1.Preis – Kirche neu denken!

»NEUER GEMEINSCHAFTLICHER ORT AN DER

PROFANIERTEN KIRCHE« BÜRGEWALD

Wir freuen uns sehr über den 1. Preis im Wettbewerb zur Umnutzung der profanierten Kirche St. Lambertus in Bürgewald zur Keimzelle neuen Lebens. Der Entwurf enstand in Zusammenarbeit mit Lohrberg stadtlandschaftsarchitektur, Stuttgart. Unser Entwurf zeigt, wie sich historische Strukturen behutsam in eine offene und zukunftsfähige Nutzung überführen lassen. Wo früher Braunkohle abgebaut wurde, ensteht heute ein nachhaltiges Leuchturmprojekt – Wir denken die Kirche von morgen!

1.Preis - »NEUER GEMEINSCHAFTLICHER ORT AN DER PROFANIERTEN KIRCHE« BÜRGEWALD
NEUER GEMEINSCHAFTLICHER ORT AN DER PROFANIERTEN KIRCHE

ORT DER BEGEGNUNG

Unser Leitgedanke war es, die Kirche als Ausgangspunkt einer langfristigen Ortsentwicklung zu begreifen – nicht museal konservieren, sondern als öffentlicher Raum neu beleben. So entsteht ein tragfähiger Ort für Begegnung, Kultur und gemeinschaftliches Arbeiten.

Im Zentrum steht ein adaptiver Städtebau. Wir verbinden die Kirche mit einem produktiven Werkhof und einem gemeinschaftlichen Dorfgarten. Ein barrierefreies Wegenetz öffnet neue Sichtachsen, stärkt die Übergänge in die Landschaft und verknüpft Alt und Neu.

Der neue Freiraum wird vielfältig genutzt: Ein naturnaher Kirchvorplatz, blühende Bäume und ein Dorfgarten schaffen ökologische Qualität und soziale Aufenthaltsräume. Die bestehende Friedhofsmauer bleibt als prägendes Element erhalten und wird in den Entwurf integriert.

Auch der Kirchenraum selbst erfährt eine Transformation. Ein ebenerdiger Zugang, reversible Holzkonstruktionen und gezielte Lichtführung machen den Bestand neu erlebbar. Flexible Raumzonen bieten Platz für Versammlungen, Kulturveranstaltungen und gemeinschaftliche Aktivitäten.

Besonders wichtig war uns ein konsequentes Nachhaltigkeitskonzept. Materialien aus Rückbau finden Wiederverwendung in Neubauten in Holz- und Leichtbauweise. Gründächer, Regenwassernutzung und pflanzliche Dämmstoffe reduzieren den Ressourcenverbrauch. Photovoltaik und Wärmepumpe sichern eine dezentrale Energieversorgung.

DYNAMISCHE UMSETZUNG

Die Umsetzung erfolgt in Entwicklungsphasen: Analyse, Reparatur, Transformation und Verstetigung. Dieser prozesshafte Ansatz ermöglicht es, Strukturen schrittweise zu entwickeln, auszuprobieren und zu festigen.

Unsere Haltung ist klar: Wir bauen im Bestand weiter. Die äußere Gestalt bleibt weitgehend erhalten, weil die Eingriffe reversibel und sichtbar bleiben. Vergangenheit und Zukunft treten dabei in einen produktiven Dialog.

Mit diesem Entwurf möchten wir zeigen, dass nachhaltige Architektur und partizipative Ortsentwicklung auch im ländlichen Raum neue Perspektiven eröffnen können. Der Gewinn des ersten Preises für St. Lambertus bestätigt uns in unserem Ansatz, Architektur mit Verantwortung, Sensibilität und Weitblick zu gestalten.

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