1. Preis — Bürger FORUM Stadtmuseum und Sanierung Palais Rose, Lippstadt
Gemeinsam mit GREENBOX Landschaftsarchitekten und wh-p ingenieure haben wir den ersten Preis im Realisierungswettbewerb „Bürger FORUM Stadtmuseum“ in Lippstadt gewonnen.
Die Jury überzeugte unser Entwurf, der gleichermaßen auf die städtebaulichen Gegebenheiten reagiert wie auf die Anforderungen an ein zukunftsfähiges Museum.
Architektur - Körnung, Rhythmus, Gestalt
Aus der historischen städtebaulichen Setzung von 1820 wird die Gliederung der Baukörper in ihrer Korngröße und Abstufung zur Marktstraße als zentrales Merkmal abgeleitet. Diese Maßstäblichkeit wird im Neubau durch fein gliedernde Fugen aufgenommen, die nicht nur die Struktur des Baukörpers
rhythmisieren, sondern zugleich der internen Erschließung des zweigeschossigen Volumens dienen.
Die Baumasse reagiert sensibel auf die wechselseitigen Anforderungen zwischen innerer Raumstruktur – insbesondere den variierenden lichten Raumhöhen – und den städtebaulichen Bezugspunkten der umliegenden Giebel- und Traufhöhen. So fügt sich das Gebäude behutsam in das komplexe, historisch gewachsene Umfeld ein. Die Dachform orientiert sich dabei am vorherrschenden Weichbild der Stadt und trägt zur Einbindung in das bestehende Stadtbild bei. Farbigkeit und Gliederung des bestehenden Stadtmuseums werden aufgenommen und neu interpretiert.
Wenige, sorgfältig platzierte Öffnungen gliedern die Fassade und treten in Dialog mit dem städtischen Umfeld. Ein markanter Einschnitt im Obergeschoss fungiert als Blickfenster zur Marienkirche und dem angrenzenden Stadtraum und gibt von außen einen atmosphärischen Hinweis auf das Leitexponat.
Freiraum – Museumsplatz
Durch den Neubau des Museums kristallisiert sich im Norden eine klare Platzkante heraus, im Westen begrenzt das Palais Rose den Raum, im Osten leiten Rampen zu den Marktterrassen. Dazwischen spannt sich – von Palais Rose bis zum Eingang des Stadtmuseums – ein Skulpturengarten auf, der die beiden Baukörper freiraumplanerisch verbindet und als öffentlich zugänglicher Kunstraum fungiert. Unter dem südlichen Blätterdach entsteht ein urbanes „Wohnzimmer“: Lose, umstellbare Sitzmöbel erlauben variable Arrangements und fördern den nachbarschaftlichen Austausch.
Die zentrale, weitläufige Platzfläche ist bewusst multifunktional konzipiert: Wochenmarktstände finden hier großzügigen Raum, ohne den Blick auf Kirche und Marktterrassen zu verstellen, und dank einer locker organisierten Standanordnung ist entspanntes Flanieren jederzeit möglich. Darüber hinaus bietet die ebene Fläche ideale Bedingungen für Open-Air-Veranstaltungen wie Konzerte, Theater und Performances, wodurch sich der Museumsplatz als lebendiges Zentrum kultureller und gesellschaftlicher Aktivitäten etabliert.





